Author Archives: Johanna Müller

Neu im Duden: Ampelfrau, Wutbürgerin und Binnen-I

Gerade ist die 27. Auflage des DUDEN erschienen. 5.000 Wörter wurden neuaufgenommen. Erfreulich: Dadurch sind die Begriffe geschlechtergerecht, Binnen-I und Gender jetzt dudenkonform.

Seit der 26. Auflage (2013) ist die Vorständin im Duden präsent (der Vorstand war schon länger zu finden), nun wurden auch die femininen Begriffe Wutbürgerin, Beiständin und Ampelfrau ergänzt. Neu eingezogen sind auch der Internetaktivist gemeinsam mit der Internetaktivistin. Der neue Begriff Quotenkönig fristet sein Dasein aber leider (noch?) ohne die Quotenkönigin.

Meine Hoffnung, dass gendergerechte Begriffe wie Ansprechperson, Teilnahmeliste oder Erziehungskraft im neuen Duden erscheinen, wurde nur zum Teil erfüllt. Immerhin ist die Ansprechperson nun auch dudenkonform. Zur Frage, ob gendergerechte Sprache dudenkonform sein muss, siehe Blogeintrag „Wie Sie RICHTIG gendern…“ (12.09.2016).

Übrigens: 45% der Wörter im Duden sind feminin, 35% maskulin und 20% neutrum.

 

 

 

 

Sprache als Handlung (Workshopmitschnitt mit Lann Hornscheidt, pn17)

„Ich verstehe Sprache immer als Handlung.“

Lann Hornscheidt spricht im Workshop „Exit Gender“ auf dem Festival für junge Literatur Prosanova 2017 über Zweigeschlechtlichkeit, Diskriminierung und Normvorstellungen in unserer Gesellschaft – und wie wir durch Sprache einen Unterschied machen können. Sehr interessant und inspirierend für alle, die etwas tiefer in das Thema „Gender“ einsteigen wollen.

Nachzuhören bei Litradio: Litradio: Workshop „Exit Gender“ (Tonmitschnitt)

Diversitätssensible Formulierungen im Journalismus (Glossar)

Die Neuen Deutschen Medienmacher stellen auf ihrer Website ein Glossar mit Formulierungshilfen für eine diversitätssensible Sprache im Journalismus bereit.

Es wird beispielsweise erklärt, dass „Ausländer mit deutschem Pass“ ein sachlich falscher Begriff ist und wie er ersetzt werden kann oder was „Bio-Deutscher“ bedeutet.

Empfehlenswert, um gängige Begriffe in Alltagssprache und Berichterstattung kritisch zu hinterfragen!

Neue Deutsche Medienmacher: Glossar (Link)

Warum gendern? (PsyStudents)

Auf PsyStudents.org – einer Plattform von Psychologiestudierenden und PsychologInnen – findet sich eine interessante Zusammenfassung zum Thema „Warum gendern?“.

Dabei werden Studienergebnisse zu diesen Aspekten kurz und verständlich zusammengetragen:

  • Generisches Maskulinum
  • Lesbarkeit und Verständlichkeit von gendergerechten Texten
  • Auswirkungen gendergerechter Sprache

Artikel mit ausführlicher Literaturliste:
Braucht man gendergerechte Sprache wirklich?  (22.04.2016, PsyStudents.org)

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Formulierung Sehr geehrte Damen und Herren! ist bereits gendergerecht, wenn beide Geschlechter genannt werden sollen.

Sollen mehr als zwei Geschlechter angesprochen werden, gibt es verschiedene Formulierungsmöglichkeiten. Meist ist die Zielgruppe, die angesprochen wird, bekannt und kann deshalb eingegrenzt und gendergerecht angesprochen werden:

  • Guten Tag!
  • Sehr geehrtes Team der Muster GmbH!
  • Sehr geehrter Kundenservice der TeleGesell!
  • Sehr geehrte Führungskräfte!
  • Sehr geehrte Beschäftigte!
  • Sehr geehrtes Publikum!
  • Sehr geehrte Tagungsteilnehmende!
  • Sehr geehrtes Kollegium!

 

Genderstern im User Interface von WordPress

WordPress kündigte vor Kurzem an, in seinem User Interface den Genderstern für Begriffe wie Benutzer*in, Administrator*in oder Autor*in zu verwenden. Die Wahl der gendergerechten Sternchen-Variante wäre vorläufig gewesen, um zu einem späteren Zeitpunkt ggf. andere Alternativen zu verwenden. Über diese Alternativen konnte im Forum diskutiert werden

Stringintelligenz – Wozu das Ganze?

Das Vorhaben wurde nun (bis auf weiteres) wieder zurückgezogen. Schade!

Stringintelligenz – Vorschlag für WordPress 4.7 zurückgezogen

Das Genderwörterbuch und Hatespeech (Artikel auf zebrabutter.net)

Zum Glück erreicht dieses Genderwörterbuch viele interessierte und dankbare User*innen. Motiviert durch zahlreiches positives und konstruktives Feedback und viele Worteinsendungen wurde das Wörterbuch weiterentwickelt (z.B. Optimierung des Designs zur besseren Lesbarkeit; Erweiterung der Worttabelle; Einführung eines Blogs) und die Wortliste wuchs von anfangs 150 auf mittlerweile ca. 500 Begriffe.

Leider erreicht das Wörterbuch aber auch immer wieder beleidigende Reaktionen bis hin zum Hatespeech. Über diese Erfahrungen gibt es jetzt einen Artikel auf zebrabutter.net:

zebrabutter.net || Geschickt gendern: „Habt ihr da einen an der Klatsche, wisst Ihr überhaupt, was Ihr anrichtet?“ Wie ein kleines Online-Wörterbuch namens geschicktgendern.de unerwartet Grabenkämpfe auslöst.

Der genderneutrale Mann meiner Cousine

Wenn Sie wissen, dass es sich bei einer konkreten Person, von der Sie schreiben/sprechen, um einen Mann handelt, ist es nicht notwendigt (ihn) zu gendern.

  • „Meine Cousine heiratete vor einem Jahr ihren Mann.“ -> Die genderneutrale Variante dieses Satzes ist nicht sinnvoll und auch nicht verständlich: „Meine Cousine heiratete vor einem Jahr ihre Person.“

Gleiches gilt für den Fall, wenn Sie wissen, dass eine gesamte Personengruppe tatsächlich zu 100% aus Männern bzw. Frauen besteht:

  • „Alle geöffneten Kassen waren von Kassierern besetzt.“ -> Dieser Satz kann so bleiben, wenn alle Kassierer Männer sind.
  • „In der Talkrunde am kommenden Donnerstag diskutieren Expertinnen die aktuelle politische Situation.“ -> Dieser Satz kann so bleiben, wenn die Talkrunde ausschließlich aus Frauen besteht.

Gendergerechte Alternativen sind also dann hilfreich, wenn Sie eine gemischte Personengruppe benennen möchten oder Sie sich nicht sicher sind, ob die Personengruppe ausschließlich männlich bzw. weiblich ist oder sein wird:

  • „Jeden Donnerstag diskutieren Fachleute die aktuelle politische Situation.“

Warum schlägt das Genderwörterbuch dann überhaupt Begriffe im Singular vor? Wenn Sie wissen, dass die Ansprechperson eine Frau ist, können Sie den Begriff Ansprechpartnerin wählen. Wenn die Ansprechperson ein Mann ist, können Sie Ansprechpartner beibehalten. Wenn Sie aber nicht wissen (können), welches Geschlecht die Ansprechperson hat, ist ein gendergerechter Begriff nützlich:

  • „Wer ist in Ihrem Unternehmen die Ansprechperson für Arbeitssicherheit?“
  • „Die jeweilige Ansprechperson für Öffentlichkeitsarbeit soll eine Fortbildung zum Thema ‚Social Media‘ besuchen.“